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8. Juni 2017

Der Vereinsvorstand wächst

Zur diesjährigen Mitgliederversammlung am 31.Mai 2017 wurde der Vereinsvorstand neu gewählt. Neben der Wiederwahl von Christiane Knorre, Christiane Felsmann, Ronald Krause, Prof. Dr. Thomas Kahlisch und der Vereinsvorsitzenden Dr. Sylke-Kristin Deimig wurde ein neues Mitglied in der Vereinsvorstand gewählt – Caroline Waldenburger.

Frau Waldenburger ist kein unbeschriebenes Blatt, denn sie arbeitet seit über 15 Jahren in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde und ist auch seit vielen Jahren im Förderverein aktiv. Warum sie sich nun in den Vorstand wählen ließ und welche Erwartungen und Aufgaben sie für sich sieht, haben wir Frau Waldenburger in einem kleinen Interview gefragt.

 

Seit wann arbeiten Sie in der DZB und was sind die bisher für Sie prägenden beruflichen Erlebnisse seitdem?

Ich arbeite schon seit einiger Zeit in der DZB. Genauer gesagt habe ich am 15.02.2002 mit einem befristeten Arbeitsvertrag angefangen – damals als Vertretung für eine Kollegin, die längere Zeit krank war. Daraus sind nun schon mehr als 15 Jahre geworden. Besonders ist mir der Braillenoten-Kongress  im November 2006 in Erinnerung geblieben. Menschen aus aller Welt kamen nach Leipzig, um über Braillenoten zu diskutieren. Ich wurde damals in die Vorbereitung und Durchführung des Kongresses einbezogen und habe es als eine sehr intensive Zeit erlebt. Außerdem ist der tägliche Umgang mit Büchern für mich immer wieder sehr prägend und schön.

Sie sind seit einigen Jahren aktives Mitglied des Fördervereins. Wie sehen Sie die bisherige Entwicklung des Fördervereins und welche Veränderungen versprechen Sie sich durch die Mitarbeit im Vorstand?

Für mich war mit Gründung des Vereins im Jahr 2004 schon klar, dass ich gerne einen Beitrag zur Förderung der DZB leisten möchte. Nun wurde ich gefragt, ob ich mir die Arbeit im Vorstand des Vereins vorstellen könnte. Nach kurzer Bedenkzeit bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich im Vorstand mitarbeiten möchte, um mich dadurch noch intensiver einbringen zu können. Ich bin sehr beeindruckt von den vielen Aktivitäten des Vereins und auch davon, dass wir als Verein so viele aktive Spenderinnen und Spender haben, die unsere Arbeit bzw. die Arbeit der DZB intensiv und regelmäßig unterstützen. Mich interessieren Möglichkeiten zur Förderung der Produktionsprozesse, denn hier sehe ich nach wie vor eine zentrale Aufgabe des Fördervereins: die Unterstützung der DZB in ihrer täglichen Arbeit.

Welche weiteren Themenfelder liegen Ihnen besonders am Herzen? Wo kann und sollte der Verein sich weiterentwickeln?

Ein weiteres wichtiges Themenfeld ist für mich die Barrierefreiheit und hier durchaus auch die Barrierefreiheit im eigenen Haus – also in der DZB. Ich möchte das Thema Barrierefreiheit innerhalb des Vereins noch mehr in den Fokus rücken, vorhandene Projekte vorantreiben und eventuell neue  entwickeln.

Und eine wichtige Frage am Schluss, denn wir sind schließlich der Förderverein einer Bücherei: Welches Buch hat Sie in letzter Zeit am meisten gefesselt und warum?

Vor Kurzem habe ich Hellmuth Karaseks Autobiografie „Auf der Flucht“ gelesen, die ich hochinteressant fand, da sie einerseits einen tiefen Einblick in die für mich zwiespältige Persönlichkeit des Autors gibt. Auf der anderen Seite erhält man einen interessanten Eindruck vom Leben in der BRD in den 1970er und 1980er Jahren. Gerade habe ich als Brailleschrift-Übertragerin Harriet Beecher Stowes „Onkel Toms Hütte“ korrekturgelesen und war davon tief beeindruckt. Ich habe das Buch schon einmal vor 35 Jahren gelesen, aber wohl erst jetzt in seiner gesamten Bedeutung und Tragweite verstanden.

 

 

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